Eine Übersetzungshilfe für Ihren Zahnarzttermin

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Überfordert beim Zahnarzttermin?

Überfordert beim Zahnarzttermin?

Haben Sie sich bei einem Zahnarzttermin schon einmal gefragt, was für unverständliche Fachwörter er der Helferin diktiert? Was nach einer Partie Schiffe-Versenken klingt, sind einige unter Zahnärzten und dem Praxispersonal universell verständliche und angewandte Abkürzungen, die die Kommunikation im Praxisalltag erleichtern. Liegt man jedoch auf dem Stuhl und lässt die Prozedur über sich ergehen, so fragt man sich schon mal, was denn genau das Problem am 26 ist und was überhaupt mit dieser Zahl gemeint ist. Dieser Artikel soll als kleine Übersetzungshilfe für den Besuch beim Zahnarzt dienen.

1. „13“, „47“, „25“ – Was bedeuten die Zahlen?

Im Normalfall besteht das Gebiss eines Erwachsenen, inklusive der vier Weisheitszähne, aus 32 Zähnen. Hatten Sie schon einmal Zahnschmerzen an einem bestimmten Zahn und versucht ihrem Zahnarzt zu erklären, wo es genau weh tut, wissen Sie, wie schwierig dies mitunter sein kann. Um die Kommunikation zwischen Helferin und Arzt zu erleichtern und die einzelnen Zähne eindeutig benennen zu können, wurden Zahnschemata eingeführt. In Europa wird dabei vornehmlich das Schema der Féderation Dentaire Internationale, das FDI-Schema, angewandt. Dabei erfolgt zunächst eine Aufteilung des Gebisses in vier Quadranten, die oben rechts beginnend im Uhrzeigersinn mit Zahlen von eins bis vier benannt werden. Nun werden die Zähne pro Quadrant von der Mitte beginnend nach hinten durchgezählt. Möchte man also beispielsweise den Eckzahn oben links benennen, so stellt man die den Quadranten bezeichnende Ziffer, in diesem Fall die „2“, voran und ergänzt sie durch die Zahnnummer, im Beispiel die „3“, der Eckzahn oben links ist also der „23“. Benennt man den Zahn nun, sagt man nicht „Zahn dreiundzwanzig“, sondern „Zahn zwei-drei“. Im kindlichen Milchgebiss beginnt man rechts oben mit der Ziffer fünf und zählt auch im Uhrzeigersinn bis zur Ziffer acht durch, wobei das Milchgebiss jedoch nur fünf Milchzähne pro Quadrant enthält.

Aufteilung des Gebisses in vier Quadranten

Aufteilung des Gebisses in vier Quadranten

Benennung der Zähne im permanenten Gebiss

Benennung der Zähne im permanenten Gebiss

Ausgehend von der Mitte wird nach hinten durchgezählt

Ausgehend von der Mitte wird nach hinten durchgezählt

2. Was bedeutet es, wenn bei Ihrem Zahnarzttermin die Worte „C“ und „o.B.“ fallen?

Zu Beginn der Behandlung erhebt der Zahnarzt Ihren Status. Dabei betrachtet er jeden Zahn und notiert, was er sieht, beziehungsweise diktiert dies seiner Helferin, die die Dokumentation übernimmt. Ist der erste Backenzahn unten links kariös, so diktiert er beispielsweise „eine C an 36“. Für gesunde Zähne, ohne pathologischen Befund wird ein „o.B.“ notiert.

3. Was ist „eine P“, was eine „CP“ ?

Bleibt eine kariöse Läsion lange Zeit unbehandelt, so kann diese schnell voranschreiten, und auch den Zahnnerv, die Pulpa, erreichen. Eine solche sehr tiefe Karies nennt man eine Caries Profunda oder „CP“. Auch bei der Entfernung des kariösen Gewebes, der Exkavation, kann es zur versehentlichen Eröffnung der Pulpenkammer kommen. Kommt es durch die Tiefe der Karies oder bei deren Entfernung zur Eröffnung, so nennt der Zahnarzt dies „eine P“. Je nachdem ob die Eröffnung im Gesunden oder im Kariösen erfolgt, sind für den Zahnarzttermin unterschiedliche Therapiemaßnahmen in Betracht zu ziehen.

4. Was meint der Zahnarzt wenn er beispielsweise von „A2“ und „B4“ spricht?

Sowohl bei einer Versorgung eines kariösen Zahnes mittels Kompositfüllung, als auch bei einer Ver- sorgung mittels Keramikkrone oder -teilkrone, muss für ein ästhetisches Ergebnis zuvor eine Farb- bestimmung stattfinden. Mithilfe einer Skala bestimmt der Zahnarzt, möglichst unter Einbeziehung der Meinung der Helferin und vor allem der des Patienten, die natürliche Farbe der beim Patienten vorliegen-den Zahnhartsubstanz. Dabei weisen die Zähne der jeweiligen Patienten unterschiedliche Grundtöne auf, markiert durch den vorangestellten Großbuchstaben, welche wiederum, ausgedrückt durch Zahlen von 1 bis 4, heller oder dunkler ausfallen können.
Die bestimmte Farbe wird dann notiert und der verwendete Kunststoff, beziehungsweise die
verwendete Keramik darauf abgestimmt.

5. Was bedeuten „1 zu 100.000“, „1 zu 200.000“, und „Forte“?

Was klingt wie Maßstäbe von Landkarten, bezeichnet eigentlich die Art des gewählten Anästhetikums. So ist die Adrenalinkonzentration in einem Anästhetikum mit einer Konzentration von 1:100.000 höher, als bei einer mit 1:200:000, was eine längere Wirkdauer bedeutet. Das Lokalan-ästhetikum mit der stärkeren Adrenalinkonzentration, auch „Forte“ genannt, ist also für länger dauernde Eingriffe gedacht und darf bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden.

Natürlich können Sie Ihrem Zahnarzt oder den Helferinnen jederzeit Fragen stellen, wenn Sie etwas nicht verstehen, sie werden Ihnen sicher weiterhelfen, um Ihnen den Zahnarzttermin so angenehm wie möglich zu gestalten.

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